Unsere Geschichte: Von „Dilletanten“ zu Brauchtumshütern

Die Anfänge und die Geburtsstunde (1891 – 1927)

Alles begann mit einer Portion Improvisationstalent und der Lust am Feiern. Da es in Bärbroich Ende des 19. Jahrhunderts noch an einem geeigneten Saal fehlte, zog der Junggesellenverein Bärbroich am 8. Februar 1891 kurzerhand nach Herkenrath, um dort eine musikalisch-theatralische Abendveranstaltung auf die Beine zu stellen.

Der Grundstein für den organisierten Karneval wurde schließlich 1910 mit der Gründung des „Dilletantenclubs“ gelegt. Man verschrieb sich dem „großen Schauspiel“ im Saale Buchholz und den ersten Karnevalszügen mit anschließendem Tanz. Zwischen 1912 und 1914 festigten sich die Strukturen: Es entstanden prunkvolle Züge mit bis zu sieben Wagen und eigener „Böschkapelle“. In dieser Zeit tauchte auch erstmals der Name auf, der uns bis heute stolz macht: KG Fidele Böschjonge Bärbroich. 

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und den

darauffolgenden Hungerjahren verstummte das fröhliche Treiben in Bärbroich völlig. Die Ära des Aufbaus und das Goldene Jubiläum (1950 – 1978) 

Am Neujahrstag 1950 geschah im Külheimer Hof das Entscheidende: Fünf Männer. Peter Schlürscheid, Adolf Kopp, Willi Ley, Hubert Schmitz und Hans Schmitt beschlossen, die „Böschjonge“ wiederzubeleben. Der Zuspruch war gewaltig: Bereits im selben Jahr zählte man 42 Mitglieder und feierte die erste Sitzung im Saale Fuchs.

Selbst im ersten Kriegsjahr 1914 ließen es sich die Jecken nicht nehmen, den einzigen Zug der näheren Umgebung zu organisieren.

Zwischen den Kriegen und Neugründung (1928 – 1949)

Nach den ruhigen Kriegsjahren erwachte das Vereinsleben 1928 unter Präsident Peter Krämer zu neuem Glanz. Die Geburtsstunde der heutigen Gesellschaft wurde am 21. Februar 1928 mit einer „Kappenfahrt“ gefeiert. Ein Jahr später kehrte man endlich in die Heimat zurück: Der neue Saal der Gaststätte Widdig bot den Böschjongen fortan ein Zuhause.

Doch die dunklen Wolken der 1930er Jahre machten auch vor dem Brauchtum nicht halt. Ab 1933 wurde der Karneval politisch instrumentalisiert; die Erlöse mussten an das Winterhilfswerk abgeführt werden, und die Züge verschwanden von der Straße.

Meilensteine dieser Jahre:

1953: 25-jähriges Jubiläum unter Präsident Josef Schneider. Das Damenkomitee wird gegründet (u.a. mit Elisabeth Bodengesser) und die erste Festschrift erscheint.

1961: Die Vereinsstandarte wird feierlich geweiht.

1968: Premiere der ersten Kindersitzung zum 40-jährigen Bestehen.

1978: Das große 50-jährige Jubiläum. Josef Schneider blickt stolz auf ein viertel Jahrhundert Präsidentschaft zurück.

Wandel und Modernisierung 

(1984 – 1999)

Die späten 80er und 90er Jahre standen im Zeichen des Generationenwechsels. 1984 übernahm Werner Vollmer den Vorsitz. Zum 60-jährigen Jubiläum 1988 gab es einen feierlichen Umzug, bevor Josef Schneider nach 35 Jahren die Präsidentenkette an Werner Herpolsheimer (Wahl 1990) übergab.

Jungfrau Angelika (Pankow) und Bauer Rainer (Richerzhagen) regierten die Stadt und machten die Session zur legendären „Zeit der Blauen Zylinder“.

Kurs auf die Zukunft (2015 – heute)

Nach einer Phase der Neuorientierung im Jahr 2015 übernahm Wolfgang Pankow das Amt des Präsidenten und Carsten Junge den Vorsitz. Der Verein wuchs weiter: Neue Gruppierungen wie die „Böschköche“ (2016) und die „Böschfründe“ (2019) bereichern seitdem die Züge. Besonders stolz sind wir auf unseren neuen Gesellschaftswagen, der 2018 seine Jungfernfahrt feierte und auf dem Wiesenfest feierlich geweiht wurde. Mit der Wahl von Daniel Schultz zum Präsidenten im Jahr 2019 und dem 22-jährigen Jubiläum der Wibbelstätzje sind wir bestens aufgestellt, um die Tradition der Fidelen Böschjonge noch viele weitere Jahrzehnte lebendig zu halten

Trotz kleinerer Rückschläge – wie dem Ausfall der Sitzungen 1991 wegen des Golfkriegs – blickte der Verein nach vorn. 1996 zog man in die Aula des Schulzentrums Herkenrath um. Ein besonders stolzer Moment war die Gründung der Tanzsportabteilung „Wibbelstätzje“ im Jahr 1997, die seither das Herzstück unserer Jugendarbeit bildet.

Das neue Jahrtausend: Jubiläen und ein Dreigestirn (2000 – 2014)

Mit dem neuen Jahrtausend übernahm Heinrich Hausstätter (2000) und später Wolfgang Pankow (2005) die Führung. Die Gesellschaft öffnete sich für neue Formate wie Sommerkonzerte (Paveier, Höhner) und den „Rad- und Wandertag“. Der absolute Höhepunkt der Vereinsgeschichte folgte 2013: Pünktlich zum 85-jährigen Jubiläum stellten die Böschjongen erstmalig das Bergisch Gladbacher Dreigestirn. Prinz Frank II. (Mehren),

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